Die Modernisierung einer bestehenden Anlage erfordert mehr als nur den Austausch alter Geräte gegen neue Apparate. Es verlangt eine strategische Neugestaltung, wie Informationen innerhalb der Anlage fließen. Viele Ingenieure stehen vor der Herausforderung, hochmoderne Fabrikautomatisierung mit jahrzehntealter Ausrüstung zu verbinden. Ohne einen klaren Plan läuft man Gefahr, Datensilos und anfällige Netzwerke zu schaffen. Doch ein strukturierter Ansatz im Datenflussmanagement kann diese Altanlagen in wertvolle Quellen für Erkenntnisse verwandeln.
Die Landschaft der weltweiten Fertigung durchläuft eine grundlegende Wandlung. Kürzlich eröffnete Xiaomi eine riesige Produktionsstätte im Pekinger Stadtteil Changping, die völlig ohne menschliches Eingreifen arbeitet. Diese 81.000 Quadratmeter große „dunkle Fabrik“ stellt den Höhepunkt moderner Fabrikautomatisierung dar, in der Maschinen im völligen Dunkel hochwertige Elektronik herstellen. Durch den Wegfall menschlicher Einschränkungen hat Xiaomi einen neuen Maßstab für Präzision und Leistung in der Technikbranche gesetzt.
Auf dem Weltwirtschaftsforum 2026 in Davos bekräftigte Honeywell-CEO Vimal Kapur das Engagement des Unternehmens für industrielle Automatisierung. Er bezeichnete die Automatisierung als einen dauerhaften Wachstumstreiber, der die weltweite Produktivität neu definieren wird. Während Honeywell sich seiner strategischen Unternehmensaufteilung nähert, legt die Firma den Schwerpunkt auf ihre „Forge“-Plattform. Dieses digitale Ökosystem soll die Lücke zwischen herkömmlichen Steuerungssystemen und moderner Datenanalyse schließen. Folglich positioniert sich Honeywell, um die nächste Ära der Infrastruktur-Effizienz anzuführen.
Tate & Lyle hat kürzlich eine hochmoderne Produktionsstätte in Matão, São Paulo, eröffnet, um NUTRAVA® Zitrusfaser herzustellen. Diese neuartige Zutat nutzt Orangenschalen, um der wachsenden weltweiten Nachfrage nach Lebensmitteln mit klarer Kennzeichnung gerecht zu werden. Um höchste Betriebseffizienz zu gewährleisten, arbeitete Tate & Lyle mit Rockwell Automation zusammen, um ein umfassendes industrielles Automatisierungssystem umzusetzen. Diese Partnerschaft markiert einen bedeutenden Schritt in der Erweiterung von Tate & Lyle nach der strategischen Übernahme von CP Kelco Ende 2024.
Die Ära der schrittweisen Aktualisungen für industrielle Automatisierung ist vorbei. Heutzutage stehen Hersteller vor beispielloser Komplexität, von Bedrohungen der Cybersicherheit bis hin zu riesigen Datensilos. Folglich muss die Branche von veralteten Einzellösungen zu integrierten, strategischen Plattformen übergehen. Ein grundlegendes Umdenken der Steuerungssysteme ist nun unerlässlich für langfristige Betriebssicherheit und digitale Wandlung.
Auf dem Weltwirtschaftsforum 2026 in Davos verlagerte sich der Dialog über die industrielle Automatisierung vom theoretischen Potenzial zur praktischen Umsetzung. Die Geschäftsführerin für industrielle Automatisierung bei Schneider Electric, Gwenaelle Avice Huet, betonte, dass die Branche einen entscheidenden Wendepunkt erreicht hat. Unternehmen gehen nun über Pilotprojekte hinaus, um industrielle Automatisierung als zentralen Treiber für Wettbewerbsfähigkeit und Klimaneutralität zu integrieren.