Siemens CES 2026: Beschleunigung der industriellen KI-Revolution

1. Transformation der industriellen Wertschöpfungskette mit KI
Siemens kündigte auf der CES 2026 eine bedeutende Erweiterung seiner Zusammenarbeit mit NVIDIA an, mit dem Ziel, ein industrielles KI-Betriebssystem zu entwickeln. Diese Zusammenarbeit wird Branchen von der Konstruktion über die Technik, Fertigung bis hin zum Lieferkettenmanagement maßgeblich beeinflussen. Durch die Integration von KI in den gesamten Lebenszyklus physischer Systeme wollen Siemens und NVIDIA schnellere Innovationen, kontinuierliche Optimierung sowie widerstandsfähigere und nachhaltigere Fertigungspraktiken vorantreiben.
Die KI-Infrastruktur, Simulationsbibliotheken und Open-Source-Modelle von NVIDIA werden mit dem industriellen Software-Know-how von Siemens kombiniert, um die Schaffung KI-gesteuerter adaptiver Fertigungsanlagen zu ermöglichen. Diese Initiative wird in der Siemens-Fabrik in Erlangen, Deutschland, demonstriert und soll 2026 starten.
2. Digital Twin Composer: Eine neue Ära der virtuellen Simulation
Siemens stellte auf der CES 2026 seinen Digital Twin Composer vor, ein zentrales Werkzeug zur Erstellung hochpräziser virtueller Modelle von Fabriken, Produkten und Prozessen. Diese Software integriert Echtzeitdaten und Simulationsfunktionen, um umfassende digitale Zwillinge zu erstellen, die Unternehmen eine robuste Plattform bieten, um ihre Abläufe vor physischen Änderungen zu simulieren und zu optimieren.
Der Digital Twin Composer ist darauf ausgelegt, die industrielle Simulation zu verbessern, indem virtuelle 3D-Modelle von Produkten oder Fabriklayouts erstellt und Echtzeit-Ingenieurdaten eingebettet werden. Diese Lösung wird Mitte 2026 über den Xcelerator Marketplace von Siemens verfügbar sein.
Beispielsweise nutzt PepsiCo diese Technologie bereits, um die Abläufe in seinen US-Anlagen zu simulieren und zu optimieren. Mithilfe digitaler Zwillinge hat PepsiCo den Produktionsdurchsatz verbessert und Designzyklen verkürzt, was die Gesamteffizienz der Abläufe steigert. Diese Technologie ermöglichte es dem Unternehmen, bis zu 90 % potenzieller Probleme vor der Umsetzung physischer Änderungen zu identifizieren und so Produktivität und Investitionsausgaben um 10 % bis 15 % zu verbessern.
3. Industrielle Co-Piloten: Die Belegschaft mit KI stärken
Siemens erweitert auch seine KI-gestützten industriellen Werkzeuge mit der Einführung von Industriellen Co-Piloten. Diese Co-Piloten sind darauf ausgelegt, die gesamte industrielle Wertschöpfungskette zu optimieren – von der Produktentwicklung und Simulation bis hin zur Fertigung und zum Betrieb. Durch die Integration von KI in bestehende Softwaretools wie Teamcenter und Opcenter will Siemens menschliche Fehler reduzieren, die Produktentwicklung beschleunigen und Lieferketten- sowie Fertigungsprozesse optimieren.
Die Industrial Copilot-Suite bietet Lösungen wie die Automatisierung von Compliance-Prozessen, die Verbesserung der Produktdatenabfrage und die Optimierung von Produktionsabläufen. Diese Lösungen werden Unternehmen über die digitale Plattform Xcelerator von Siemens zur Verfügung gestellt, um skalierbare und flexible Anwendungen für Unternehmen jeder Größe zu gewährleisten.
4. KI-Anwendungen in der Praxis: Life Sciences und Energie
Neben der Fertigung zeigte Siemens, wie KI andere Sektoren wie Life Sciences und Energie transformiert. Die Übernahme von Dotmatics ermöglicht es Siemens, die Wirkstoffforschung und -entwicklung zu beschleunigen, indem umfangreiche Datensätze in KI-Modelle integriert werden. Forschende können nun diese einheitliche Dateninfrastruktur nutzen, um molekulare Tests und Produktionsvalidierungen zu beschleunigen, Entwicklungszeiten um bis zu 50 % zu verkürzen und Kosten zu senken.
Im Energiesektor unterstützt die Zusammenarbeit von Siemens mit Commonwealth Fusion Systems die Beschleunigung der Entwicklung von Kernfusionsenergie. Durch den Einsatz leistungsstarker Simulationswerkzeuge und Dateninfrastrukturen von Siemens trägt das Unternehmen dazu bei, den Weg für saubere, nachhaltige Energielösungen zu ebnen. Diese Zusammenarbeit ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie KI und industrielle Automatisierung sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Auswirkungen erzielen können.
5. Industrielle KI in der Fertigung: Einführung von Metas Ray-Ban KI-Brille
In einem weiteren innovativen Schritt integriert Siemens KI in die Meta Ray-Ban Smart-Brille, um Fabrikmitarbeiter mit Echtzeit-Anleitungen und Sicherheitsinformationen zu unterstützen. Diese Zusammenarbeit zielt darauf ab, Produktivität und Sicherheit auf dem Fabrikboden zu verbessern, indem den Mitarbeitenden freihändige, Echtzeit-Informationen direkt im Sichtfeld bereitgestellt werden. Diese Smart-Brillen ermöglichen es den Mitarbeitenden an vorderster Front, Schritt-für-Schritt-Anweisungen, Sicherheitswarnungen und betriebliche Rückmeldungen während der Arbeit zu erhalten, was sowohl Effizienz als auch Sicherheit erhöht.
6. Innovation vorantreiben: Die Zukunft der industriellen Automatisierung
Die Fortschritte von Siemens auf der CES 2026 unterstreichen die wachsende Bedeutung der KI-gesteuerten industriellen Automatisierung. Mit Anwendungen, die von intelligenten Fabriken über fortschrittliche Robotik bis hin zu digitalen Zwillingen reichen, führt das Unternehmen die Transformation der Industrie voran. Diese Innovationen verbessern nicht nur die Betriebseffizienz, sondern erweitern auch die Grenzen von Nachhaltigkeit und Innovation.
Siemens baut seine Partnerschaften mit führenden Technologieunternehmen wie NVIDIA weiter aus, um KI in großem Maßstab in verschiedenen industriellen Bereichen zu integrieren. Durch KI-verbesserte Lösungen befähigt Siemens Hersteller, Wartungsbedarfe vorherzusagen, die Produktentwicklung zu beschleunigen und die Zuverlässigkeit der Abläufe zu erhöhen.
Fazit: Eine neue Ära industrieller Innovation
Auf der CES 2026 präsentierte Siemens eine klare Vision der Zukunft, in der KI und industrielle Automatisierung zusammenkommen, um Fertigung, Lieferketten und Industrien insgesamt zu transformieren. Mit starken Partnerschaften, innovativen Produkten wie dem Digital Twin Composer und der Einführung von Industriellen Co-Piloten macht Siemens bedeutende Fortschritte bei der Integration KI-gesteuerter Technologien in den Kern industrieller Abläufe. Durch die Beschleunigung von Innovationen, die Steigerung der Effizienz und die Senkung von Kosten hilft Siemens Unternehmen, die Herausforderungen der modernen Industrie zu meistern und gleichzeitig den Weg für eine nachhaltigere und widerstandsfähigere Zukunft zu ebnen.
