Optimierung der Fehlerbehandlung in der Industrieautomatisierung mit Echtzeitdaten

Optimizing Fault Handling in Industrial Automation with Real-Time Data

Überwindung der Fallstricke von überliefertem Wissen und uneinheitlichen Standards

Viele Betriebe verlassen sich auf „überliefertes Wissen“, bei dem Bediener informelle Lösungen weitergeben, die offizielle Standardarbeitsanweisungen (SOPs) umgehen. Dieses Fehlen von Einheitlichkeit führt zu einer gefährlichen Verzerrung in der Handhabung von Abweichungen durch die Systeme. Zudem führt das Fehlen von Benennungskonventionen über verschiedene Steuerungssysteme hinweg zu Verwirrung, wenn Anlagen wachsen. Ohne eine einheitliche Sprache für Fehler können zwei identische Probleme auf verschiedenen Linien völlig unterschiedliche Reaktionen hervorrufen.

Zentralisierung der Intelligenz mit SCADA und Datenkontextualisierung

Das Sammeln von Daten allein reicht nicht mehr aus; sie müssen so geordnet werden, dass sie Echtzeit-Entscheidungen ermöglichen. Rohdatenströme von verschiedenen Sensoren und Speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) fehlen oft die Struktur, was eine manuelle Auswertung nahezu unmöglich macht. Plattformen wie Ignition SCADA lösen dieses Problem, indem sie unterschiedliche Daten zu einem einzigen, kontextualisierten Strom zusammenführen. Dieser Prozess fügt wichtige Metadaten hinzu, wie Gerätehistorie und Zeitstempel, wodurch rohe Signale in aussagekräftige Erkenntnisse verwandelt werden.

Schritt 1: Proaktive Fehlererkennung und Priorisierung

Die erste Verteidigungslinie in der industriellen Automatisierung besteht darin, genaue Grenzwerte für Prozessgrößen festzulegen. Ob Überwachung von Ofentemperaturen oder Motorstrom – diese Schutzvorrichtungen verhindern Qualitätsverluste. Intelligente Systeme gehen jedoch weiter und nutzen die Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse (FMEA), um Alarme zu bewerten und zu priorisieren. Risiken mit hoher Schwere, wie Motorüberstrom, sollten stets kleinere Abweichungen überlagern, damit Bediener sich zuerst auf die kritischsten Gefahren konzentrieren.

Schritt 2: Tiefgehende Diagnose und Ursachenanalyse

Das Verständnis des „Warum“ hinter einem Ausfall ist entscheidend, um dessen Wiederholung zu verhindern. Fortschrittliche Automatisierungsplattformen ermöglichen es Ingenieuren, Ursachenanalysen (Root Cause Analysis, RCA) durchzuführen, indem sie Echtzeitereignisse mit historischen Trends verknüpfen. Werkzeuge wie die „5 Warum“-Methode oder Fischgrätdiagramme in Verbindung mit Live-Daten helfen, verborgene Muster über verschiedene Schichten oder Chargen hinweg zu erkennen. Dieser strukturierte Ansatz verringert auch das „Alarmfluten“, bei dem eine Flut kleiner Meldungen einen katastrophalen Ausfall verdeckt.

Schritt 3: Ausführung standardisierter Reaktionen zur Fehlerbehebung

Sobald die Ursache erkannt ist, muss die Reaktion schnell und einheitlich erfolgen. Die Orientierung an ISA 101- oder ISA 95-Normen hilft, Fehler nach Ort (Unternehmen, Bereich oder Maschine) und Art (Sicherheit, Qualität oder Stillstand) zu kategorisieren. Standardisierte Hierarchien stellen sicher, dass Bediener nicht in die Falle von „Störalarmen“ tappen – also Warnungen wiederholt löschen, ohne das zugrundeliegende Problem zu beheben. Nach meiner Erfahrung ist die Reduzierung dieser „Geister“-Alarme der wirksamste Weg, die Sicherheitskultur in der Anlage zu verbessern.

Kontinuierliche Verbesserung durch fortschrittliche Auswertung vorantreiben

Nach der Fehlerbehebung findet die eigentliche Optimierung statt. Durch die Verfolgung von Schlüsselkennzahlen (KPIs) wie der mittleren Reparaturzeit (MTTR) und der mittleren Zeit zwischen Ausfällen (MTBF) können Ingenieure systemische Engpässe erkennen. Die Einbindung von Maschinellem Lernen (ML) in diese Kennzahlen ermöglicht vorausschauende Wartung, bei der das System ein defektes Bauteil erkennt, bevor der Fehler auftritt. Gemeinsame Übersichten sorgen dafür, dass alle Beteiligten, vom Werk bis zur Verwaltung, auf gemeinsame Leistungsziele ausgerichtet bleiben.

Zeige alles
Blogbeiträge
Zeige alles
Optimizing Fault Handling in Industrial Automation with Real-Time Data

Optimierung der Fehlerbehandlung in der Industrieautomatisierung mit Echtzeitdaten

Im heutigen Bereich der Fabrikautomatisierung stoßen selbst die fortschrittlichsten Regelkreise auf unerwartete Störungen. Eine wirksame Fehlerbehandlung erfordert mehr als nur das Anhalten einer Maschine; sie verlangt ein tiefes Verständnis von Ursache, Schweregrad und zielgerichteter Kommunikation. Durch die Nutzung von Echtzeitdaten können Hersteller chaotische Alarmumgebungen in geordnete, sichere und hocheffiziente Abläufe verwandeln.

Essential PLC Selection Guide: 5 Critical Features for Industrial Automation Success

Wesentliche Auswahlhilfe für speicherprogrammierbare Steuerungen: 5 entscheidende Merkmale für den Erfolg in der Industrieautomatisierung

Die Navigation durch das komplexe Feld der industriellen Steuerungssysteme erfordert mehr als nur einen Blick auf ein Datenblatt. Für diejenigen, die neu in der industriellen Automatisierung sind, kann die schiere Menge an technischen Angaben überwältigend sein. Während viele Merkmale spezialisiert sind, bestimmt eine Kernmenge an Funktionen, ob eine SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) Ihre Projektziele erfüllt.

Die Wahl der richtigen Hardware beeinflusst die langfristige Wartung und Erweiterbarkeit. Nachfolgend sind fünf wesentliche Merkmale aufgeführt, die jeder Ingenieur vor der Entscheidung für eine bestimmte Steuerungsplattform bewerten muss.

Navigating the 2026 Shift: NIS2 and CRA in EU Industrial Automation

Die Umstellung 2026 meistern: NIS2 und CRA in der europäischen Industrieautomatisierung

Die europäische Industrie steht ab 2026 vor einer grundlegenden Veränderung der Rechtsvorschriften. Die verarbeitenden Industrien, insbesondere die chemische und Energiebranche, müssen sich nun auf zwei bedeutende gesetzliche Rahmenbedingungen einstellen: die NIS2-Richtlinie und das Gesetz zur Cyber-Resilienz (CRA). Gemeinsam wandeln diese Gesetze die Cybersicherheit von einer freiwilligen „Best Practice“ zu einer verbindlichen Voraussetzung für den Marktzugang und die Betriebskontinuität.