🔄 Redundante Automatisierungssysteme – Mehr als nur Backup
Redundanz: Mehr als nur ein Schlagwort
Viele Menschen hören „Redundanz“ und denken an etwas Überflüssiges. In der Automatisierung ist es genau das Gegenteil. Redundanz bedeutet, Ihr System so zu gestalten, dass es niemals wirklich stoppt, selbst wenn eine Komponente ausfällt.
Man kann es sich vorstellen wie einen Co-Piloten für jeden kritischen Teil Ihres Systems. Wenn der Pilot einschläft, übernimmt der Co-Pilot sofort. Genau so funktionieren redundante Automatisierungssysteme.
Wie redundante Systeme funktionieren
Redundante Systeme folgen meist einem Primär-Sekundär-Aufbau:
- Die Primäreinheit übernimmt den normalen Betrieb.
- Die Sekundäreinheit überwacht die Primäreinheit und greift sofort ein, wenn etwas schiefgeht.
Das kann für SPS, Server, Netzwerkkomponenten oder sogar Stromversorgungen gelten. Entscheidend ist ein nahtloser Wechsel ohne Unterbrechung der Produktion.
Warum es wichtig ist
Branchen mit wertintensiven Abläufen – denken Sie an Gaszähler, Chemieanlagen oder kritische Fertigungslinien – können sich auch nur kurze Ausfallzeiten nicht leisten. Jede verlorene Sekunde bedeutet Umsatzeinbußen, Verzögerungen oder sogar Sicherheitsrisiken.
Redundante Systeme beseitigen den Single Point of Failure, geben den Bedienern Sicherheit und sorgen dafür, dass der Betrieb reibungslos weiterläuft.
Mehr als nur Verfügbarkeit: Weitere Vorteile
- Datenintegrität – Backup-Komponenten gewährleisten genaue Messwerte und Protokolle bei Ausfällen.
- Betriebssicherheit – Teams vertrauen auf das System, was den Stress bei Spitzenbelastungen reduziert.
- Skalierbarkeit – Zusätzliche Knoten oder Backups können oft ohne Produktionsstopp hinzugefügt werden.
- Zukunftssicherheit – Mit der Weiterentwicklung der Systeme ermöglicht Redundanz risikofreie Upgrades.
Ein Praxisbeispiel
Nehmen wir eine Gas-Messstation als Beispiel. Präzise Messungen sind entscheidend für Abrechnung und behördliche Vorgaben. Fällt ein einzelner Durchflussrechner aus, kann das teuer werden.
Mit zwei oder drei redundanten Durchflussrechnern übernimmt die Sicherung sofort. Das System zeichnet weiterhin genau auf und meldet, selbst bei einem „Bump“ oder Ausfall, was Geld und Ärger spart.
Wo Redundanz am wichtigsten ist
Einige Systemkomponenten sind ausfallsensibler als andere. Redundanz ist besonders sinnvoll für:
- SPS und Steuerungen
- Netzwerkhardware und Netzwerkkarten
- Server und OPC-Software
- Ausgabegeräte und Aktoren
- Stromversorgungen und USV-Anlagen
Mein Fazit als Automatisierungsingenieur
Aus meiner Erfahrung zögern Unternehmen oft wegen Kosten und Komplexität. Doch die Investition in Redundanz zahlt sich schnell aus. Es geht nicht darum, „extra Hardware“ zu haben – sondern den finanziellen und betrieblichen Schmerz von Ausfallzeiten zu vermeiden.
Die klügste Automatisierungsstrategie ist nicht die günstigste – sondern die, die unter allen Umständen weiterläuft. Und genau das leisten redundante Automatisierungssysteme.
