Die Entwicklung der Fertigung in Vietnam: Ein strategischer Leitfaden zu Chancen der industriellen Automatisierung

Vietnam hat sich rasch zu einem führenden weltweiten Fertigungszentrum entwickelt. In den letzten zwanzig Jahren hat ausländische Direktinvestition das Land in komplexe internationale Lieferketten eingebunden. Die bisherige Abhängigkeit von billiger Arbeitskraft schwindet jedoch. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen vietnamesische Fabriken nun industrielle Automatisierung und fortschrittliche Steuerungssysteme einführen.
Der wirtschaftliche Wandel hin zur Fabrikautomatisierung
Die wirtschaftliche Lage in Vietnam verändert sich schnell. Die Arbeitskosten steigen jährlich um etwa 8 %, während hohe Fluktuationsraten – oft zwischen 24 % und 30 % – die Produktionsbeständigkeit stören. Folglich können Hersteller nicht mehr allein auf manuelle Arbeitskräfte setzen. Automatisierte Lösungen wie SPS (Speicherprogrammierbare Steuerungen) und verteilte Steuerungssysteme (DCS) werden zu unverzichtbaren Werkzeugen, um die Produktion zu stabilisieren und hohe Qualitätsstandards zu sichern.
Wichtige Branchen, die die Nachfrage nach Steuerungssystemen antreiben
Mehrere Branchen führen diesen technologischen Sprung an. Elektronikführer wie Samsung, LG und Amkor investieren stark in hochpräzise Robotik und datenbasierte Prüfverfahren. Darüber hinaus verlangt der Automobilsektor strenge Rückverfolgbarkeit durch Fertigungsleitsysteme (MES). Sogar die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, angeführt von Großunternehmen wie Vinamilk, nutzt Automatisierung, um strenge internationale Hygiene- und Exportzertifikate einzuhalten.
Staatliche Unterstützung für die digitale Umgestaltung
Die vietnamesische Regierung fördert aktiv „Industrie 4.0“ durch nationale Programme zur digitalen Umgestaltung. Diese Initiativen ermutigen Industrieparks, höherwertige Fertigungsprojekte anzusiedeln. Indem sie sich an diese Richtlinien anpassen, fungieren multinationale Konzerne als Anker. Sie ziehen lokale Zulieferer zu klügeren Produktionsmethoden hin und schaffen so ein fruchtbares Umfeld für die Integration des industriellen Internets der Dinge (IIoT) und für intelligente Fabrikstrukturen.
Die Lücke mit internationalem Fachwissen überbrücken
Während lokale Unternehmen wie Viettel Group und Vingroup eigene fahrerlose Transportsysteme und Software entwickeln, besteht eine erhebliche Technologielücke. Die meisten vietnamesischen Hersteller verfügen noch nicht über fortgeschrittene Fähigkeiten in KI-gestützter Analyse, Datensicherheit und hochpräziser Bewegungssteuerung. Dies eröffnet große Chancen für weltweite Anbieter. Ausländische Fachleute können die anspruchsvolle Hardware und Systemgestaltung bieten, die lokale Akteure derzeit nicht nachbilden können.
Hürden beim Markteintritt überwinden
Der Eintritt in den vietnamesischen Markt erfordert mehr als nur überlegene Technik. Entscheidungen werden oft dezentral getroffen, und Preissensibilität bleibt ein wichtiger Faktor für lokale Firmen. Um Erfolg zu haben, sollten internationale Unternehmen mit lokalen Systemintegratoren zusammenarbeiten. Diese Partner bieten unverzichtbare technische Unterstützung vor Ort. Zuverlässiger Kundendienst nach dem Verkauf ist oft das entscheidende Kriterium für einen Fabrikleiter, der zwischen konkurrierenden Automatisierungsmarken wählt.
Fachliche Einschätzung: Die Notwendigkeit der Skalierbarkeit
Meiner Ansicht nach ist die größte Herausforderung für Vietnam nicht nur der Kauf von Robotern, sondern deren Skalierung. Viele Fabriken arbeiten mit „isolierter Automatisierung“, bei der Maschinen nicht miteinander kommunizieren. Der eigentliche Wert liegt in der Systemintegration. Anbieter, die ganzheitliche „Lebenszyklusdienste“ – einschließlich vorausschauender Wartung und Leistungsoptimierung – anbieten, werden den Markt wahrscheinlich gegenüber denen dominieren, die nur Hardware verkaufen.
