Potenziale entfesseln: Wie gemeinschaftliche Roboter die industrielle Automatisierung revolutionieren

Das Feld der industriellen Automatisierung erlebt einen gewaltigen Umbruch. Jüngste Daten von IDTechEx sagen voraus, dass die Umsätze mit kollaborativen Robotern (Cobots) innerhalb eines Jahrzehnts von 1,2 Milliarden auf fast 30 Milliarden Dollar steigen werden. Dieses Wachstum bedeutet eine Abkehr von starren, isolierten Maschinen hin zu flexiblen, menschenzentrierten Systemen. Hersteller stehen nun an einem Wendepunkt, um diese vielseitigen Werkzeuge in ihre bestehenden Steuerungssysteme zu integrieren.
Definition des modernen Cobot-Erlebnisses
Ein Cobot ist nicht einfach ein kleinerer Roboter. Er ist eine Maschine, die dafür ausgelegt ist, Arbeitsbereiche sicher mit Menschen zu teilen. Im Gegensatz zu herkömmlichen schweren Maschinen verwenden Cobots fortschrittliche Sensoren, um Hindernisse zu erkennen und sofort anzuhalten. Sie haben oft abgerundete Formen und arbeiten mit der üblichen 110-Volt-Spannung. Diese Tragbarkeit erlaubt es Teams, sie zwischen verschiedenen Fertigungszellen zu bewegen. Dadurch bieten sie eine Beweglichkeit, die herkömmliche Fabrikautomatisierung nicht erreichen kann.
Sicherheit und Zugänglichkeit im kollaborativen Design
Fachleute wie Jerry Perez von FANUC weisen darauf hin, dass „kollaborativ“ sich auf die Benutzerfreundlichkeit bezieht, nicht nur auf die körperliche Nähe. Interessanterweise nutzen fast 50 % der Cobots dennoch Zäune oder Sensoren als zusätzlichen Schutz. Dies gilt besonders, wenn die Arme in Kopfhöhe arbeiten oder gefährliche Aufgaben wie Schweißen ausführen. Außerdem machen Cobots komplexe Programmierung überflüssig. Bediener können nun intuitive Tablets oder „Lehrpendel“ verwenden, um die Bewegungen des Roboters zu steuern.
Übergang von Industrie 4.0 zu Industrie 5.0
Während Industrie 4.0 sich auf Daten und SPS Vernetzung konzentrierte, stellt Industrie 5.0 die Mensch-Maschine-Verbindung in den Vordergrund. Diese neue Ära nutzt Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um sich wiederholende Aufgaben zu übernehmen. Dadurch können menschliche Arbeitskräfte sich auf kreative Problemlösungen und strategische Überwachung konzentrieren. Zudem ermöglicht die Datenwolke Technikern, Systeme aus der Ferne zu warten. Diese Vernetzung sorgt dafür, dass eine kleine Störung nicht tagelang eine ganze Produktionslinie lahmlegt.
Höhere Traglasten und Reichweiten
Ein bedeutender Trend ist die Entwicklung von Cobots mit größerer Kraft. Marken wie Kassow Robotics erfüllen die Nachfrage nach höheren Traglasten und längeren Reichweiten. Diese Maschinen schließen die Lücke zwischen leichten Cobots und schweren industriellen Automatisierungseinheiten. Sie behalten eine kleine Stellfläche bei und bewältigen dennoch anspruchsvollere Aufgaben. Meiner Ansicht nach wird diese „Mittelklasse“ wahrscheinlich zum Standard für mittelgroße Hersteller, die vielseitige Aufrüstungen suchen.
Der Aufstieg vorgefertigter schlüsselfertiger Lösungen
Hersteller gehen zunehmend zu „einstecken-und-loslegen“-Modellen über. Diese vorgefertigten Lösungen richten sich auf bestimmte Aufgaben wie Palettieren, Schweißen oder Maschinenbedienung. Sie ermöglichen es Firmen ohne umfangreiche Robotikerfahrung, Automatisierung schnell einzusetzen. Statt komplexem Code arbeiten Nutzer mit einer lösungsorientierten Benutzeroberfläche. Dieser Wandel macht Spitzentechnik für kleine und mittlere Betriebe zugänglich, die früher kein Budget für maßgeschneiderte Technik hatten.
KI-gestützte Sicht- und Prüfsysteme
Cobots glänzen bei hochpräzisen Aufgaben wie der Facettenprüfung für Luft- und Raumfahrt oder biomedizinische Teile. Ein Luftfahrtkunde verkürzte einen Prüfprozess von 12 Stunden auf nur 10 Minuten durch automatisches Scannen. Außerdem erlaubt KI-gestützte 3D-Sicht nun die „adaptive dynamische Pfaderstellung“. Das bedeutet, ein Roboter kann die Ausrichtung eines Teils in Echtzeit erkennen. Er kann dann Klebstoff auftragen oder Schrauben eindrehen, ohne das Förderband anzuhalten oder manuelle Einstellungen vorzunehmen.
Mobile Greifer für Logistik und Landwirtschaft
Die Verbindung von Roboterarmen mit autonomen mobilen Robotern (AMRs) ist ein Wendepunkt für die Logistik. Diese mobilen Einheiten können zwischen Stationen fahren, um verschiedene Aufgaben mit unterschiedlichen Endwerkzeugen (EOAT) auszuführen. Im Landwirtschaftsbereich ernten KI-gesteuerte Cobots nun Erzeugnisse. Sie nutzen spezielle Sensoren, um den Reifegrad zu bestimmen und passen ihren Griff entsprechend an. Diese Technik begegnet dem chronischen Arbeitskräftemangel, der die Landwirtschaft derzeit belastet.
Überwindung wirtschaftlicher und arbeitsbedingter Herausforderungen
Die American Welding Society sagt einen Mangel von über 300.000 Schweißern bis 2029 voraus. Cobots bieten eine praktikable Lösung, indem sie einfache, sich wiederholende Schweißarbeiten in gefährlichen Umgebungen automatisieren. Um die hohen Investitionskosten zu bewältigen, bieten einige Anbieter nun „Roboter-als-Dienstleistung“ (RaaS) an. Das erlaubt Firmen, stunden- oder monatsweise zu zahlen. Diese flexible Finanzierung hilft Unternehmen, trotz weltweiter wirtschaftlicher Unsicherheiten und Handelskonflikte wettbewerbsfähig zu bleiben.
