Wie ABBs Automation Extended industrielle Steuerungssysteme mit KI neu erfindet

Führende Unternehmen der Industrie stehen vor einem wachsenden Dilemma: Wie lässt sich veraltete Infrastruktur modernisieren, ohne Produktionsausfälle zu riskieren? ABB hat kürzlich sein Automation Extended-Programm vorgestellt, um diese Lücke zu schließen. Durch die direkte Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in bestehende Systeme verwandelt diese Initiative die herkömmliche industrielle Automatisierung in ein dynamisches, zukunftsfähiges Gefüge.
Die Kluft zwischen herkömmlichen DCS und moderner KI überbrücken
Viele Anlagen verlassen sich auf bewährte Verteilte Steuerungssysteme (DCS), die unvergleichliche Zuverlässigkeit bieten, jedoch an moderner analytischer Tiefe mangeln. ABBs neuer Ansatz ermöglicht es Unternehmen, fortschrittliche Technologien in ihrem eigenen Tempo einzuführen. So können Betreiber ihre bestehenden Systeme mit IoT- und KI-Fähigkeiten erweitern, ohne die Kernhardware auszutauschen. Diese Strategie bewahrt die Systemintegrität und bringt gleichzeitig die nötige Flexibilität für wettbewerbsfähige Fabrikautomatisierung.
Die Fachkräftesituation durch Wissensverstärkung lösen
Die Industrie steht derzeit vor der Herausforderung eines sich rasch wandelnden Arbeitsmarktes und dem Verlust von Erfahrungswissen. KI dient als wichtiges Werkzeug, um Fachkenntnisse zu bewahren und über verschiedene Erfahrungsstufen hinweg zu teilen. Indem sie den Bedienern kontextbezogene Daten bereitstellt, vereinfacht das System komplexe Entscheidungsprozesse. Dadurch können auch jüngere Mitarbeiter anspruchsvolle Steuerungssysteme effektiver bedienen, was die Produktivität der Anlagen trotz der Volatilität auf dem Arbeitsmarkt hochhält.
Trennung von Steuerungs- und digitalen Umgebungen für Stabilität
Ein herausragendes Merkmal dieser Architektur ist die bewusste Trennung der Steuerungs- und digitalen Ebenen. Die Steuerungsumgebung bleibt ein softwaredefinierter Bereich, der eine robuste Ausführung kritischer Prozesse gewährleistet. Die digitale Ebene hingegen verbindet sich sicher, um Randintelligenz und Echtzeitanalysen zu ermöglichen. Diese Trennung erlaubt es der KI, maschinelle Lernmodelle auszuführen, ohne die primäre Steuerungslogik zu stören. So profitiert die Anlage von vorausschauenden Erkenntnissen, ohne die Betriebssicherheit zu gefährden.
Nachhaltigkeit und Zusammenwirken im Bergbau fördern
Im Bergbau bleiben Daten oft in isolierten Silos gefangen. ABBs Programm nutzt ein OPC UA (Open Platform Communications Unified Architecture)-Rückgrat, um Systeme vom Bergwerk bis zum Hafen zu verbinden. Diese Zusammenarbeitsfähigkeit ermöglicht es der KI, die gesamte Wertschöpfungskette zu analysieren und nicht nur die Leistung einzelner Maschinen. Zudem sind integrierte Elektrifizierung und Digitalisierung wesentliche Triebkräfte für die globale Energiewende und nachhaltige Bergbauverfahren.
Vorausschauende Optimierung und vorausschauende Instandhaltung
Das System wandelt die Instandhaltung von einem reaktiven zu einem vorausschauenden Modell. Die kontinuierliche Zustandsüberwachung erlaubt es, Prozessabweichungen zu erkennen, bevor sie zu mechanischen Ausfällen führen. Durch die Optimierung der Wartungsstrategien mittels KI reduzieren Unternehmen unerwartete Stillstände und verlängern die Lebensdauer ihrer wichtigen Anlagen. Darüber hinaus ermöglichen modulare Konstruktionsansätze, diese Lösungen auf verschiedenen Hardwareplattformen mit minimalem Umrüsten einzusetzen.
Einblick des Autors: Der strategische Wert von „Evolution statt Revolution“
Meiner Ansicht nach ist die Philosophie „Evolution statt Revolution“ ABBs größtes Kapital in diesem Zusammenhang. Die meisten industriellen B2B-Umgebungen können sich das Risiko einer „Alles-austauschen“-Modernisierung nicht leisten. Indem ABB die KI-gesteuerte digitale Ebene von der funktionalen Sicherheitsschicht trennt, nimmt das Unternehmen den Steuerungsingenieuren die größte Sorge: die Systeminstabilität. Dieser behutsame Ansatz in der industriellen Automatisierung wird wahrscheinlich zum Branchenstandard für Nachrüstungen an Bestandsanlagen im kommenden Jahrzehnt.
