ABB Robotik führt die weltweite Initiative zur Vereinheitlichung der Energieeffizienz von Robotern an

Industrieroboter bieten einen klaren Weg zu effizienteren und nachhaltigeren Produktionsabläufen. Allerdings war es für viele Hersteller bisher schwierig, diese Umweltvorteile genau zu beziffern. ABB Robotics hat kürzlich eine bedeutende Initiative gestartet, um dieses Problem zu lösen. Ziel ist es, eine weltweit einheitliche Methode zur Messung des Energieverbrauchs und der Effizienz von Robotern zu etablieren. Dieser Schritt sorgt dafür, dass industrielle Automatisierung für weltweite Interessengruppen transparenter wird.
Die Lücke bei Normen in der Fabrikautomatisierung schließen
Im Gegensatz zu gängigen Haushaltsgeräten fehlt Industrierobotern derzeit ein universeller Energiemessstandard. Folglich fällt es Kunden schwer, verschiedene Modelle zu vergleichen und die nachhaltigste Ausrüstung auszuwählen. Gianluca Brotto von ABB Robotics betont, dass dieser Mangel an Klarheit eine fundierte Entscheidungsfindung erschwert. Durch die Schaffung einer einheitlichen Messgröße kann die Branche Roboter endlich wie Motoren oder Unterhaltungselektronik behandeln. Transparenz wird Unternehmen somit befähigen, ihren betrieblichen CO₂-Fußabdruck wirksam zu verringern.
Datenbasierte Nachhaltigkeit in modernen Steuerungssystemen
Die Internationale Robotikvereinigung (IFR) berichtet, dass weltweit über 4 Millionen Einheiten im Einsatz sind. Interne Untersuchungen zeigen, dass 70 % des CO₂-Fußabdrucks eines Roboters während seiner Betriebsphase entstehen. Die Automatisierung breitet sich nun schnell in neue Bereiche wie Logistik und Pharmazie aus. Daher ist die Senkung des Stromverbrauchs in der Fabrikautomatisierung entscheidend, um globale Klimaziele zu erreichen. Eine genaue Messung ist der unverzichtbare erste Schritt zu einer wirkungsvollen Energieeinsparung.
Zusammenarbeit für eine neue ISO-Fachnorm
ABB arbeitet mit dem Schwedischen Institut für Normung (SIS) zusammen, um einen umfassenden Vorschlag zu erarbeiten. Experten aus 11 Ländern, darunter verschiedene Hersteller und Forschungsinstitute, bringen sich in diese Arbeit ein. Diese Zusammenarbeit wird voraussichtlich im August 2026 in einer technischen Spezifikation der Internationalen Organisation für Normung (ISO) münden. Dieses Regelwerk wird wahrscheinlich beeinflussen, wie zukünftige Steuerungssysteme und SPS die Energieverteilung steuern.
Integration von Software und Hardware für maximale Effizienz
Das ABB-Portfolio reicht von traditionellen Industrierobotern bis zu autonomen mobilen Robotern (AMRs), die durch künstliche Intelligenz gesteuert werden. Diese Systeme arbeiten zusammen mit spezieller Software, um energiesparende Bewegungen zu koordinieren. Im Jahr 2024 startete das Unternehmen seinen Dienst zur Energieeffizienzunterstützung, um diese Ziele zu fördern. Durch den Einsatz von „autonomen vielseitigen Robotern“ (AVR) können Unternehmen ihre Widerstandskraft verbessern und gleichzeitig Betriebskosten senken. Zudem ermöglichen integrierte Systeme eine bessere Abstimmung zwischen Robotik und dem DCS (Verteiltes Steuerungssystem) einer Anlage.
Einblick des Autors: Warum Normung ein Wendepunkt ist
Meiner Ansicht nach ist dieser Normungsansatz für den Bereich der industriellen Automatisierung längst überfällig. Derzeit basieren viele „energiesparende“ Angaben in der Robotik nur auf Anekdoten oder firmeneigenen Tests. Eine globale ISO-Norm wird Hersteller zwingen, sich an tatsächlicher Leistung zu messen statt an Werbesprüchen. Ich erwarte, dass mit Inkrafttreten dieser Normen ein Anstieg von „grünen SPS“-Programmierverfahren zu beobachten sein wird, die speziell darauf ausgelegt sind, diese neuen Effizienzvorgaben zu erfüllen.
