Intralogistik der nächsten Generation: Künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge gestalten intelligente Lagerhaltung neu

Next-Gen Intralogistics: AI and Digital Twins Redefine Smart Warehousing

Moderne industrielle Automatisierung fordert mehr als nur Hardware; sie verlangt eine nahtlose Verbindung von mechanischer Kraft und digitaler Intelligenz. Auf der LogiMAT 2026 wird Linde Material Handling (MH) seine Zukunftsvision für den Materialfluss unter dem Motto „Um Sie herum gestaltet“ vorstellen. Diese Präsentation zeigt, wie maßgeschneiderte Steuerungssysteme und leistungsstarke Maschinen Wettbewerbsvorteile für globale Lieferketten schaffen.

Strategische Automatisierung für komplexe Materialflüsse

Ab dem 24. März im Stuttgarter Messezentrum demonstriert Linde MH seine Kompetenz bei automatisierten Lagerprozessen. Das Unternehmen legt den Schwerpunkt darauf, die Lücke zwischen standardisierten Geräten und maßgeschneiderten Lösungen zu schließen. So bewältigt die Linde I-MATIC Reihe spezielle Branchenanforderungen, wie den Transport schwerer Getränkelasten von über 3 Tonnen. Durch die Einbindung stationärer Anwendungen wie des S-MATIC Cube Shuttle bietet Linde einen ganzheitlichen Ansatz für die Werksautomatisierung.

Künstliche Intelligenz und das myLinde-Ökosystem

Die myLinde-Kundenplattform dient als zentrales Nervensystem für modernes Flottenmanagement. Dieses cloudbasierte Portal verfügt nun über eine KI-gestützte Chatfunktion, mit der Manager Flottendaten in natürlicher Sprache abfragen können. Dadurch können Bediener wichtige Leistungskennzahlen abrufen, ohne sich durch komplexe Menüs zu navigieren. Diese Integration von „Physischer KI“ stellt sicher, dass selbst große Firmenflotten skalierbar und leicht zu verwalten bleiben.

Erhöhung der Sicherheit mit Echtzeit-Ortungssystemen (RTLS+)

Sicherheit hat in jeder industriellen Automatisierungs umgebung oberste Priorität. Die firmeneigene RTLS+ Technologie von Linde bietet präzise Echtzeit-Ortung für manuelle und automatisierte Gabelstapler. Dieses System wertet Bewegungsdaten aus, um Beinaheunfälle und starke Stoßereignisse zu erkennen. Zudem unterstützt es Unternehmen beim Übergang zu Hybridflotten, in denen von Menschen gesteuerte Stapler und autonome Roboter sicher denselben Arbeitsraum teilen.

Präzisionsarbeit in der manuellen Lagertechnik

Trotz des Aufstiegs der Robotik spielen manuell betriebene Stapler weiterhin eine wichtige Rolle in intensiven Arbeitsumgebungen. Linde MH stellt die neuen Ri14, Ri16 und Ri18 Schubmaststapler vor, die speziell für die Navigation in schmalen Gängen entwickelt wurden. Diese Modelle nutzen integrierte Lithium-Ionen-Batterien und kompakte Fahrgestelle, um die Wendigkeit zu maximieren. Außerdem entfernt der neue Roadster-Elektrostapler die A-Säule, was das Sichtfeld des Fahrers deutlich erweitert und so für mehr Sicherheit sorgt.

Digitale Zwillinge und die Zukunft der Projektplanung

Die Zukunft der Intralogistik beruht zunehmend auf virtuellen Umgebungen. Mit NVIDIA Omniverse entwickelt Linde MH digitale Zwillinge, die Logistikprozesse hochpräzise simulieren. Tragbare Scanner erstellen nun in wenigen Minuten 3D-Lagerkarten, was die Planungsphase für komplexe Steuerungssysteme beschleunigt. Dieser digital-vorrangige Ansatz ermöglicht es den Verantwortlichen, Flottenkonfigurationen risikofrei in einem virtuellen Raum zu testen, bevor sie physisch umgesetzt werden.

Einblick des Autors: Der Wandel hin zur hybriden Intelligenz

Die wichtigste Erkenntnis aus Lindes Programm 2026 ist die „Normalisierung“ der KI im Lager. Wir verlassen die Experimentierphase, in der Roboter isoliert arbeiteten. Nun funktioniert das gesamte Lager durch RTLS+ und KI-gesteuerte Plattformen als ein einziges, koordiniertes Ganzes. Meiner Ansicht nach zeigt der Fokus des „Roadster“-Modells auf Sichtbarkeit, dass selbst in einer automatisierten Welt die menschorientierte Gestaltung eine entscheidende Sicherheitsreserve bleibt.

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