Automatisierung fördert Wachstum: Warum Roboter die britische Fertigungsbelegschaft vergrößern

Jahrzehntelang vermittelte die Erzählung rund um die industrielle Automatisierung, dass Maschinen zwangsläufig menschliche Arbeitskräfte ersetzen würden. Neuere Daten der London School of Economics (LSE) zeichnen jedoch ein anderes Bild. Durch die Analyse von 27.000 Fertigungsstandorten fanden Forschende heraus, dass die Integration von Robotern und Steuerungssystemen tatsächlich zu einem deutlichen Ausbau der Belegschaft führt.
Die Produktivkraft industrieller Roboter
Wenn eine Fabrik erstmals industrielle Roboter einsetzt, wächst die Beschäftigung typischerweise innerhalb von vier Jahren um 8 %. Dieses Wachstum entsteht, weil die Effizienzsteigerungen durch die Fabrikautomatisierung einen unmittelbaren Arbeitsplatzabbau überwiegen. Während Roboter sich wiederholende Aufgaben übernehmen, wird das Unternehmen wettbewerbsfähiger. Folglich ermöglicht der gestiegene Marktanteil diesen Firmen, ihre Produktion auszuweiten und mehr Personal einzustellen.
CNC-Maschinen und der Skalierungseffekt
Die Wirkung von CNC (Computer-Numerische Steuerung)-Maschinen ist ebenso beeindruckend und zeigt bei Neueinsteigern einen Beschäftigungsanstieg von 6 %. Für Betriebe, die bereits CNC-Technik nutzen, führt eine Ausweitung zu einem Beschäftigungszuwachs von 9 %. Dies deutet darauf hin, dass Automatisierung eher als Wachstumsplattform denn als bloßes Ersatzmittel wirkt. Darüber hinaus beobachten diese Unternehmen häufig eine Verschiebung der Belegschaft hin zu Ingenieur- und Konstruktionsaufgaben.
Wie Automatisierung die Wettbewerbsfähigkeit am Markt stärkt
Eine verbreitete Sorge ist, dass automatisierte Firmen die Geschäfte ihrer Konkurrenten kannibalisieren. Interessanterweise fand die LSE-Forschung keine Hinweise auf diesen negativen Trend. Stattdessen heben „Automatisierungswellen“ oft die gesamte Branche an. Wenn ein Vorreiter fortschrittliche SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung)-Systeme einführt, regt dies häufig die Nachfrage entlang der lokalen Lieferkette an. Infolgedessen verzeichnen selbst Wettbewerber oft neutrale oder positive Beschäftigungsveränderungen.
Verlagerung der Aufgaben von Handarbeit zu technischem Fachwissen
Automatisierung schafft nicht nur Arbeitsplätze, sondern wandelt sie um, indem sie Beschäftigte zu höherwertigen Tätigkeiten führt. Mitarbeitende verlagern sich von manueller Materialhandhabung hin zu Steuerungssystem-Programmierung, Qualitätskontrolle und Wartung. Dieser Wandel erfordert eine solide interne Aus- und Weiterbildung. Meiner Ansicht nach behandeln die erfolgreichsten Hersteller Automatisierung als langfristige Lernkurve und nicht als „Stecker-und-los“-Lösung.
Lehren aus internationalen Automatisierungstrends
Die Ergebnisse aus Großbritannien stimmen mit globalen Daten aus Frankreich und Finnland überein. In Frankreich führten große Investitionen in moderne Fertigungsanlagen innerhalb von fünf Jahren zu einem Beschäftigungsanstieg von 20 %. Ebenso verzeichneten finnische kleine und mittlere Unternehmen, die Technologieförderungen nutzten, ein Wachstum der Belegschaft um 23 %. Diese Zahlen belegen, dass industrielle Automatisierung weltweit als Katalysator für wirtschaftliche Widerstandskraft und Unternehmenswachstum dient.
Strategien für eine wirkungsvolle Verbreitung der Technik
Damit Hersteller die besten Erträge erzielen, müssen sie frühzeitig ergänzende Fähigkeiten aufbauen. Dazu gehört die Investition in Mitarbeitende, die verteilte Steuerungssysteme (DCS) und komplexe Arbeitsabläufe managen können. Die Politik sollte sich darauf konzentrieren, mittelgroßen Betrieben den Zugang zu Finanzierung und technischer Schulung zu erleichtern. Da die größten Erträge erst nach der „Lernphase“ sichtbar werden, ist langfristige Unterstützung wertvoller als einmalige Zuschüsse.
